Blogbeitrag

MyShuttle des Karlsruher Verkehrsverbund: Shuttle per App

Ein schwarzer KVV Shuttle vor einem Haus

Von der Haustüre zur Haltestelle: Mit dem Projekt MyShuttle des KVV schließen per App abrufbare Shuttles die Lücken im Liniennetz.

In der englischen Hauptstadt London prägen schwarze Taxis seit vielen Jahrzehnten das öffentliche Erscheinungsbild. In einigen Gemeinden des Landkreises Karlsruhe ist das mittlerweile auch der Fall. Die schwarzen Pendelfahrzeuge sind nämlich der sichtbarste Teil des Projekts MyShuttle des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV).

Mit den Autos sollen in entlegeneren Stadtteilen und Orten die Lücken im weit verzweigten Liniennetz des KVV geschlossen werden. Im Juni 2019 wurde das Projekt in Ettlingen gestartet und seither kontinuierlich erweitert. Seit Juni 2020 sind die schwarzen Taxis nun auch in den beiden Ettlinger Stadtteilen Spessart und Ettlingenweier sowie in der Gemeinde Marxzell unterwegs.

“Mit dem Verlauf sind wir sehr zufrieden”

Die Zahlen für sich: In Ettlingen wurde MyShuttle in neun Monaten von 12.000 Fahrgästen genutzt, in Dettenheim und Graben-Neudorf in drei Monaten von 3.000. „Mit dem Verlauf des Projekts in den bisherigen Einsatzgebieten sind wir sehr zufrieden. Auf Grund dieser Erkenntnisse wurde auch die Ausweitung des Angebots beschlossen“, sagt Projektleiter Olaf Strotkötter vom KVV. Ein bedarfsgerechtes Angebot ist für einen regional weit verzweigten Verkehrsdienstleister wie den KVV laut Strotkötter die ideale Möglichkeit, um selbst weniger hoch frequentierte Linien dauerhaft zu bedienen.

Shuttles werden per App angefordert

Die schwarze Flotte setzt sich allerdings nur bei Kundenanfragen in Bewegung. Angefordert werden können die Fahrzeuge über die kostenfreie Smartphone-App KVV.mobil. Dabei wird zunächst einmal der aktuelle Standort ermittelt. Sobald der Fahrgast sein Wunschziel eingibt, und innerhalb der folgenden 20 Minuten ein Shuttle verfügbar ist, wird diese Fahroption aufgezeigt. Dann kann die Fahrt verbindlich gebucht werden. Zur besseren Organisation können Fahrten schon 40 Minuten vor Fahrtantritt vereinbart werden. Die einzelnen Fahrten werden digital zu intelligenten Routen verbunden und den Fahrern mitgeteilt. Im Einsatz sind die Shuttle-Fahrzeuge immer montags bis freitags von 19 bis 1 Uhr sowie sonn- und feiertags von 8 bis 24 Uhr – also zu jenen Zeiten, in denen Busse in entlegeneren Stadt- und Ortsteilen oft alleine oder nur mit wenigen Fahrgästen unterwegs sind.

Mehrere Hundert virtuelle Haltepunkte

Als reines Sparprogramm will der KVV das Projekt allerdings nicht verstehen. Der Mehrwert für die Kundschaft besteht nämlich in den zahlreichen Haltestellen. Allein in Ettlingen und seinen Ortsteilen wurden 370 virtuelle Haltepunkte geschaffen, in Marxzell sind es 180 und in Dettenheim und Graben-Neudorf 80. Dadurch können die Haltepunkte fast von jedem Haushalt mit wenigen Schritten erreicht werden, nennt Strotkötter einen der Vorteile des Systems. Hohe Kosten fallen für die Nutzerinnen und Nutzer dabei nicht an. Wer ohnehin ein KVV-Ticket hat, muss nichts zusätzlich bezahlen. Ansonsten schlägt eine Fahrt in den schwarzen Wagen mit dem normalen Ticketpreis des KVV zu Buche.

Stadtplan, in dem das Einsatzgebiet der Shuttle-Fahrzeuge eingezeichnet ist.
In diesem Einsatzgebiet sind die Fahrzeuge per App abrufbar.

Keine Konkurrenz zu traditionellen Taxis

Eine Konkurrenz zu den traditionellen Taxiunternehmen ist der KVV deshalb allerdings nicht. Der Grund: Die Shuttles verkehren lediglich auf den vorgegebenen Routen innerhalb der jeweiligen Einsatzgeiete. Eine kostengünstige Fahrt von der Wohnadresse in Spessart direkt zum Essen in die Karlsruher Innenstadt oder umgekehrt ist deshalb nicht möglich Der Startschuss für MyShuttle fiel Anfang Juni 2019 mit drei elektrisch betriebenen Minibussen in Ettlingen. Nach einer zweimonatigen Pilotphase wurde das Konzept dann fest ins KVV-Angebot integriert. Seit Dezember 2019 gibt es auch Shuttles in Dettenheim und Graben-Neudorf.

Auf dem Weg zum Mobilitätsdienstleister

“Das ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg vom Verkehrsunternehmen zum Mobilitätsdienstleister”, betont Strotkötter. Mit zeitgerechten Angeboten will der KVV die Bürgerinnen und Bürger zum Umsteigen auf nachhaltige Fortbewegungsmittel motivieren. Die Vision des künftigen Nahverkehrs in der Region Karlsruhe wird beim Blick auf das KVV-Projekt regiomove deutlich: Durch die Verknüpfung von unterschiedlichen nachhaltigen Verkehrsmitteln wie Bussen, Bahnen, Leihfahrrädern und Mietautos können die Menschen in der Region schnell und bequem von jedem beliebigen Punkt zum anderen kommen.

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