Blogbeitrag

Karlsruher Museen bieten in der Corona-Krise digitale Angebote

Nam June Paik: Arche Noah (1989) © ZKM Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. Foto Polina Yakusheva

Titelbild: Nam June Paik »Arche Noah«, 1989. © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Polina Yakusheva

Virtuelle Rundgänge, Videos und Podcasts: Die Karlsruher Museen und Kultureinrichtungen sind auch während der Corona-Krise aktiv. Solange die Museen geschlossen bleiben, können sich kunstinteressierte Menschen übers Internet ein Bild von den Ausstellungen machen. Aber auch Blicke hinter die Kulissen des Museumsbetriebs sind nun möglich. karlsruhe.digital stellt einige der Aktivitäten im Netz vor.

Kunsthalle ist dreidimensional erlebbar

Das Bildnis der Marchesa Veronica Spinola Doria von Peter Paul Rubens kann bei einem virtuellen Rundgang durch die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe ebenso auf dem Bildschirm in Augenschein genommen werden wie das Stillleben mit Feldfrüchten von Frans Snyders.

Beim Gang durch die dreidimensional aufbereiteten Gänge und Säle können die Besucherinnen und Besucher nach Herzenslust in die wunderbare Kunsthallenwelt eintauchen und so lange sie wollen vor den einzelnen Bildern verweilen. Außerdem wurden Höhepunkte der Sammlung auf einer eigenen Seite digital aufbereitet und zusammen mit den Lieblingswerken der Museumsmitarbeiter vorgestellt. Ein Blog bietet den Kunsthallen-Fans zudem ein kurzweiliges Lesevergnügen und Hintergrundinformationen zur Sonderausstellung mit den Werken von Hans Baldung Grien. Unter dem Motto #kunsthalleathome gibt es außerdem an Kunstwerken angelehnte Malvorlagen und Bastelanleitungen.

Landesmuseum lockt mit Kurzvideos

Beim Badischen Landesmuseum werden während der Krise unter dem Motto “Digital durch Corona” regelmäßig Videos auf die Internetseite gestellt. In den kurzweiligen Filmen erklären Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesmuseums Bedeutungen und Hintergründe der Ausstellungen und stellen besondere Exponate vor.

Mit einem Augenzwinkern zeigt Dr. Schoole Mostafawy im Video des Badischen Landesmuseums, wie der Gang zum stillen Örtchen dank diesem Objekt trotz der aktuellen Klopapierknappheit entspannt bleiben kann.

Außerdem können die Zuschauerinnen und Zuschauer einen einmaligen Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit werfen. Zur aktuellen Ausstellung „Humanimal – Das Tier und Wir“ gibt es zudem einen Podcast.

Naturkundemuseum: Livestream vom Korallenbecken

Beim Naturkundemuseum können sich die Besucherinnen und Besucher während der Schließungszeit über die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram einen Überblick über die aktuellen Aktivitäten und Ausstellungsstücke verschaffen. Außerdem gibt es einen Livestream aus dem Korallenbecken, der sich wegen seiner tiefenentspannenden Bilder hervorragend als Ersatz für die üblichen Bildschirmschoner eignet.

Der Livestream des Karlsruher Naturkundemuseums ist jeden Tag von 8.00 bis 19.30 Uhr auf Sendung.

ZKM: Wöchentliches Programm

Die Digitalisierung des Ausstellungsbetriebs wird während der krisenbedingten Schließung auch im ZKM I Zentrum Kunst und Medien Karlsruhe konsequent vorangetrieben. „Das ZKM ist ein Kompetenzzentrum für Kultur und Medien“, betont ZKM-Vorstand Peter Weibel im Video.

So öffnet das ZKM virtuell mit einem vielseitigen digitalen Angebot weiterhin seine Türen: Von WednesdAI mit Themen rund um Kunst und Künstliche Intelligenz bis zu digitalen Führungen durch die Ausstellungen am Wochenende. Mit verschiedenen Formaten wie Podcasts und Videos bleibt das Museum digital für Gäste zugänglich.

Peter Weibel: Kunst, Krise und Virus

Was bedeutet die derzeitige Corona-Pandemie für Kunst und Kultur? Peter Weibel ist sich sicher: Jetzt schlage nicht nur die Stunde der Virologie, sondern auch die Stunde der Medientheorie. Im Video führt er aus, dass sich nicht nur das Virus verbreite – auch Botschaften und Nachrichten verbreiteten sich viral und exponentiell. Jetzt sei für die Kultur der Moment gekommen, endlich in die digitale Gesellschaft einzutreten.

Darin liege eine Chance, denn Kultur könne den Menschen Ängste vor den Folgen des Ausnahmezustands nehmen. Dies sei beispielsweise möglich, wenn Kunst aufzeigt, wie in Zeiten von Kontaktsperren und Quarantäne wenigstens die Mobilität von Kommunikation erhalten bleiben kann.

“Die Kunst ist ein Frühwarnsystem für die Gesellschaft”, betont Weibel. Sie könne früher als Politik oder Wirtschaft aufzeigen, welche Konsequenzen wir aus der jetzigen Situation ziehen müssten.

Kulturinstitutionen müssten bei der Konzeption ihrer Inhalte umdenken und anstatt auf das körperliche Eintauchen auf Online-Inhalte setzen. “Wir müssen aus Raum und Zeit ausbrechen und mehrdimensionale Kommunikation eintreten”, appelliert Weibel. Damit könne die Kunst in Zeiten von Restriktionen neue Horizonte öffnen.

Ein echtes Problem sei die Krise für zahlreiche selbstständige Künstlerinnen und Künstler. “Das sind prekäre Berufsgruppen, für die sich der Staat bislang nicht interessiert hat”, so Weibel. Deshalb müsste schnellstmöglich ein Bezahlungs- und Belohnungssystem für diese Menschen eingerichtet werden. Für Abhilfe sorgen kann nach Weibels Einschätzung ein Solidaritätszuschlag oder ein Fonds zur Unterstützung der Kunstschaffenden.

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