IRP der Hochschule Karlsruhe: Mit KI zur intelligenten Produktion in Europa
Mit dem frisch gegründeten Institut für Robotik und intelligente Produktionssysteme (IRP) will die Hochschule Karlsruhe die Produktion von morgen gestalten. Das Team um Prof. Christian Friedrich verbindet Künstliche Intelligenz mit Ingenieurswissen – für flexiblere, effizientere und zukunftsfähige Produktionsstätten in Europa.
HKA gründet Institut für intelligente Produktion
Seit April 2025 gibt es an der Hochschule Karlsruhe eine neue Adresse für alle, die Produktionstechnologien smarter machen wollen: das Institut für Robotik und intelligente Produktionssysteme (IRP). Dahinter steckt ein klares Ziel: „Wir forschen im Bereich Robotik, Produktionssysteme und zu der Frage, wie man diese Systeme intelligenter machen kann“, erklärt der Institutsleiter Christian Friedrich.
Produktion in Europa halten – auch in Hochlohnländern
„Es gibt seit Jahren die Haltung: Wenn Produktion hierzulande zu teuer wird, verlagern wir sie eben“, sagt Prof. Christian Friedrich. Um Produktionstechnik auch in Hochlohnländern flexibel zu gestalten, arbeitet das Institut an technologischen Lösungen, die auch hier effiziente und kostengünstige Abläufe ermöglichen. Das lohnt sich, denn letztes Jahr war beinahe ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes in Deutschland auf das Produzierende Gewerbe zurückzuführen.
Mehr Arbeitsplätze durch Robotik?
Während sich die Angst hartnäckig hält, Roboter würden in Zukunft Menschen ihre Arbeitsplätze wegnehmen, kann Friedrich mit gegenteiligen Beobachtungen beruhigen: „Es gibt eine ganz klare Korrelation, die zeigt, dass im Endeffekt in den Ländern, die automatisiert haben, die wirklich Geld in Technologie gesteckt haben, die Arbeitslosenquote eigentlich überhaupt nicht gestiegen ist, sondern im Gegenteil, dass sie sogar gesunken ist und es den Leuten besser geht.“
Forschung für die Praxis: Einfachere Roboterprogrammierung
Das IRP-Team, das aus akademischen Mitarbeiter*innen, Doktorand*innen und Studierenden verschiedener Fakultäten zusammengesetzt ist, forscht daran, Roboter und Produktionssysteme flexibler und einfacher einsetzbar zu machen. In vielen Fabriken wird heute noch jede Roboterbewegung mühsam von Hand programmiert – effizient nur bei Massenfertigung. Wenn aber viele Varianten produziert werden müssen, lohnt sich das kaum.
Die Forschenden am IRP nutzen deshalb vorhandene Daten aus dem gesamten Entwicklungsprozess – etwa CAD-Modelle – und verbinden physikalisches Domänenwissen mit Künstlicher Intelligenz. Das Ergebnis: Roboter, die automatisch wissen, wie sie Bauteile greifen, Schrauben lösen oder Werkstücke mit der richtigen Kraft einsetzen müssen.

KI trifft Ingenieurskunst
Das IRP konzentriert sich in seiner Forschungsarbeit auf Verfahren der Künstlichen Intelligenz, moderne Steuerungs- und Regelungsalgorithmen sowie das Design mechatronischer Systeme. Während Künstliche Intelligenz ihre Vorteile hat, erklärt Christian Friedrich, dass hier der Fokus auch auf die Kombination maschinellen Lernens mit ingenieurswissenschaftlichen Vorgehen aus der Regelungstechnik gelegt wird.
Interdisziplinär und industrienah
Das Institut arbeitet interdisziplinär – Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau – und eng mit Industriepartnern zusammen. So wird sichergestellt, dass neue Methoden nicht im Labor steckenbleiben, sondern schnell den Weg in reale Produktionsanlagen finden. Mit dem IRP will die Hochschule Karlsruhe ein sichtbares Signal setzen: Forschung, die direkt in die Praxis wirkt, ist entscheidend, um Produktionskompetenz und Wertschöpfung in Europa zu halten.
Titelbild: Quirin Leppert