Mathe für Mädchen: An 13 Karlsruher Schulen gibt es Girls´ Digital Camps

GirlsDigitalCamps

Hier ist Mathe Mädchensache: Bei den Girls` Digital Camps werden Schülerinnen durch erfahrene Tutorinnen spielerisch an das Programmieren herangeführt.

Die Coding-AGs für Mädchen werden seit 2018 vom baden-württembergischen Wirtschafsministerium gefördert und in Karlsruhe an mittlerweile 13 Schulen vom Hightech.Unternehmer.Netzwerk CyberForum in Rahmen der Karlsruher Technik-Initiative organisiert. Dass es spezielle Mädchengruppen gibt, hat einen einfachen Grund: In gemischten AGs waren Mädchen unter zahlreichen Jungs oft alleine oder zumindest deutlich in der Unterzahl.

Selbst von der Corona-Pandemie lassen sich die naturwissenschaftlich versierten Power-Frauen in Karlsruhe nicht ausbremsen. Die Girls` Digital Camps finden auch weiterhin für insgesamt rund 130 Schülerinnen entweder in Kleinstgruppen in der Schule oder online über Konferenzplattformen statt.

„Frauen sind genauso talentiert wie Männer“

Der Sinn und Zweck der Girls` Digital Camps liegt auf der Hand: Durch die zielgerichtete Förderung von Schülerinnen soll der Frauenanteil in Berufen mit den Arbeitsbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) signifikant erhöht werden. „Dass Frauen genauso talentiert für technische und informationstechnische Berufe sind wie Männer, dafür gibt es zahlreiche Belege. Dennoch ist der Anteil der Mädchen, die sich für diese Themen interessieren, erschreckend niedrig“, betont Dirk Fox, Vorstandsmitglied im CyberForum und Gründer der Karlsruher Technik-Initiative. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist der Anteil von Studentinnen in Fächern mit MINT-Bezug in den vergangenen fünf Jahren trotz zahlreicher Förderprogramme etwa nur leicht von 25,1 auf 26,9 Prozent gestiegen. An der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HsKA) ist der Studentinnen-Anteil in den naturwissenschaftlichen Studiengängen sogar noch etwas geringer. In manchen Studiengängen wie Informatik liegt der Frauenanteil teilweise unter zehn Prozent.

Girls´Digital Camps I Foto: Wolfram-Sieber

Es fehlen die weiblichen Vorbilder

Für das Missverhältnis der Geschlechter in klassischen Männerdomänen wie Informatik und Maschinenbau gibt es nach der Einschätzung von Dirk Fox mehrere Gründe. „Vieles hat sicherlich mit falschen oder unklaren Vorstellungen der Mädchen zu tun, mit gesellschaftlichen oder familiär tradierten Frauenbildern und dem Fehlen von weiblichen Vorbildern“, so der Geschäftsführer der Karlsruher IT-Sicherheitsfirma Secorvo Security Consulting GmbH. Fester Bestandteil der Girls´ Digital Camps sind deshalb auch Unternehmensbesuche und Gespräche mit Frauen in naturwissenschaftlichen Berufen.

Ab 2021 auch Girls` Digital Camps im Nordschwarzwald

2021 soll das Projekt gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald auf die Region Nordschwarzwald ausgeweitet werden. Außerdem sollen in das Programm der Coding-AGs dann auch weitere außerschulische Module integriert werden, die von MINT-Partnern wie dem KIT, der HsKA oder der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe unter der gemeinsamen Dachmarke Girls‘ Digital Camps angeboten und durchgeführt werden. „Talente nicht zu entdecken und verkümmern zu lassen, ist immer tragisch. In Fachgebieten, in denen heute und in Zukunft Fachkräfte händeringend gesucht werden, sind verkümmernde Talente nicht nur eine menschliche, sondern auch eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Tragödie. Genau das möchten wir ändern“, betont Fox.

Girls´Digital Camps I Foto: Wolfram-Sieber

Karlsruher Technik-Initiative ist eine der besten 100 Zukunftsideen Deutschlands

In Karlsruhe werden Mädchen nicht nur durch die Girls´ Digital Camps für die naturwissenschaftlichen Fächer begeistert. Die zahlreichen Arbeitsgemeinschaften der Karlsruher Technik-Initiative stehen für Jungen und Mädchen sowie Jugendliche gleichermaßen offen. Roboterbauen mit fischertechnik-Baukästen steht ebenso auf dem Plan der AGs wie Einblicke in die Karlsruher Forschungseinrichtungen und IT-Unternehmen. Die Karlsruher Technik-Initiative ist mit Angeboten für über 1.500 Schülerinnen und Schüler das größte regionale MINT-Förderprogramm und wurde vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in die Liste der 100 besten Zukunftsideen Deutschlands aufgenommen.